Breslau - Jahrhunderthalle
Krakau - Warwel
Oppeln - Kirche
Breslau - Rathausuhr
Oppeln - Rathaus
Polen

„Geschichte erleben: Von Wroclaw bis Groß-Rosen – Erinnerung & Versöhnung“

7 Tage
Programmvorschlag
01.01.2035 - 07.01.2035
Buchungscode: RZ+PL-41007
Reisebeschreibung

Wrocław, das ehemalige Breslau, zählt zu den faszinierendsten Städten Mitteleuropas. Die schlesische Metropole ist von wechselvoller Geschichte, kultureller Vielfalt und dem Erbe mehrerer Nationen geprägt und bietet ein beeindruckendes Panorama aus Vergangenheit und Gegenwart. Zwischen gotischen Kirchen, barocken Universitätsbauten und moderner Architektur entfaltet sich ein Stadtraum, der wie kaum ein anderer für Erinnerung, Aufbruch und Verständigung steht. Diese Reise führt in ein Zentrum der deutsch-polnischen Geschichte, beleuchtet Spuren jüdischen Lebens, Stationen der Reformation und des Widerstands im Nationalsozialismus. Die Reise bietet Einblicke in die wechselnden Identitäten Breslaus und eröffnen Raum für die persönliche Auseinandersetzung mit Flucht, Vertreibung und Versöhnung. Die Möglichkeit zur Teilnahme am Sonntagsgottesdienst in der aktiven evangelischen Gemeinde rundet das Programm ab.

1. Tag: Anreise nach Wrocław/Breslau

Linienflug nach Wrocław. Empfang am Flughafen und Transfer zum Hotel im Stadtzentrum. Zimmerbezug für 6 Nächte. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung und bietet Gelegenheit für erste individuelle Entdeckungen rund um den Marktplatz oder einen Spaziergang entlang der Oder. Optionales Angebot für den Nachmittag möglich.

2. Tag: Stadtführung im Zentrum Wrocławs

Stadtrundgang in Eigenregie durch das historische Zentrum von Wrocław (Breslau), z. B. mit der Besichtigung der barocken Aula Leopoldina, dem repräsentativen Herzstück der Universität sowie der monumentalen Jahrhunderthalle, einem Meisterwerk der frühen Moderne und zudem UNESCO-Weltkulturerbe. Auf der Dominsel, dem ältesten Teil der Stadt, kann der Besuch der gotischen Kathedrale St. Johannes des Täufers erfolgen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stadtgeschichte, der Wiederaufbau nach 1945 sowie Themen wie Flucht, Vertreibung und Versöhnung. Optional: Gepräch mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Universität Wrocław e.V. - wissenschaftlichkulturelle Begegnung oder Vortragsveranstaltung zur deutschpolnischen akademischen Zusammenarbeit.

3. Tag: Erinnerungskultur & jüdisches Leben

Fortsetzung des eigenständigen Stadtrundgangs mit thematischem Schwerpunkt auf der Geschichte und Gegenwart des Judentums sowie der Erinnerungskultur in Breslau. Z. B. Besuch des monumentalen Rundbilds „Panorama von Racławice“, eines der bekanntesten historischen Kunstwerke Polens, das eindrucksvoll an die nationale Selbstbehauptung des Landes im 18. Jh. erinnert. Anschließend kann das Edith-Stein-Haus besichtigt werden, das Leben und Wirken der jüdischen Philosophin, Ordensfrau und Märtyrerin dokumentiert. 1891 in Breslau geboren, zählt Edith Stein zu den prägenden Intellektuellen der Weimarer Republik. Auf der Suche nach Wahrheit und geistiger Orientierung trat sie zum katholischen Glauben über, wurde Karmelitin und 1998 heiliggesprochen. Als Brückenfigur zwischen Judentum und Christentum, Symbol der Versöhnung und Patronin Europas (seit 1999) steht ihre Biografie exemplarisch für zentrale Themen dieser Reise: Flucht, Glaube, Identität und Erinnerung. Danach ist ein Spaziergang durch das „Viertel der vier Tempel“ möglich, in dem vier Religionen – katholisch, evangelisch, orthodox und jüdisch – friedlich nebeneinander bestehen. Am Nachmittag soll das Thema "Judentum in Breslau" vertieft werden, z. B. mit einem Gesprächspartner vor ort und/oder dem Besuch des Jüdischen Friedhofs.

4. Tag: Tagesausflug nach Groß-Rosen & Kreisau

Bustransfer für einen ganztägigen Ausflug zur KZ-Gedenkstätte Groß-Rosen bei Rogoźnica, einem der größten Konzentrationslager in Niederschlesien. Bei einer Besichtigung des Geländes stehen das Schicksal der Häftlinge, die Geschichte des Lagers sowie aktuelle Formen der Gedenkstättenpädagogik im Fokus. Groß-Rosen war eines der größten Konzentrationslager in Niederschlesien und wurde ab 1941 als eigenständiges Lager mit über 100 Außenstellen betrieben. Etwa 120.000 Menschen aus ganz Europa waren dort inhaftiert, viele von ihnen zur Zwangsarbeit im nahegelegenen Steinbruch eingesetzt. Die Haftbedingungen galten selbst im KZ-System als besonders brutal. Heute dient die Gedenkstätte der historischen Aufarbeitung und pädagogischen Vermittlung. Am Nachmittag kann ein Besuch des Guts und der internationalen Jugendbegegnungsstätte in Krzyżowa/Kreisau erfolgen. Der historische Ort war während des Zweiten Weltkriegs Treffpunkt des Kreisauer Kreises, einer christlich motivierten Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime, und ist heute ein Zentrum europäischer Verständigung. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählten Helmuth James von Moltke und Peter Yorck von Wartenburg. Die Gruppe lehnte Gewalt ab und verstand sich als moralisch und christlich begründeter Widerstand. Ihre Ideen beeinflussten nach 1945 Konzepte der politischen Erneuerung und europäischen Verständigung.

5. Tag: Ausflug nach Opole/Oppeln

Bustransfer für einen Ausflug nach Opole, eine der ältesten Städte Schlesiens und kulturelles Zentrum der deutschen Minderheit in Polen. Während eines eigenständigen Stadtrundgangs wäre u. a. das neugotische Rathaus, der Piastenturm, der letzte Rest der mittelalterlichen Burganlage, und die Uferpromenade entlang der Młynówka zu besichtigen. Thematisiert werden können dabei z. B. Fragen zu kultureller Identität, Minderheitenrechte und deutsch-polnischer Beziehungen im heutigen Polen. Die deutsche Minderheit ist in der Region institutionell verankert und unterhält eigene Bildungseinrichtungen, Kulturvereine und Medienangebote. Opole ist zugleich ein Ort lebendiger Debatten über Mehrsprachigkeit, historische Verantwortung und die Rolle von Minderheiten im europäischen Kontext.

6. Tag: Wrocław/Breslau

Zeit zur freien Verfügung in Wrocław.

7. Tag: Sonntagsgottesdienst und Rückreise

Fakultativ: Teilnahme am Sonntagsgottesdienst in der evangelischen St.-Christophori-Kirche. Die Gemeinde ist aktiv im deutsch-polnischen Versöhnungsnetzwerk engagiert. Alternativ ist eine Begegnung mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde zu einem anderen Zeitpunkt vorgesehen. Anschließend Transfer zum Flughafen und Rückflug.

Leistungen

Leistungen: Linienflug inkl. aller Flughafen- und Sicherheitsgebühren sowie Umweltabgaben, Unterbringung im Doppelzimmer mit Bad oder Dusche/WC im guten, landestypischen 3-4-Sterne-Hotel (je nach Wahl), Halbpension (Frühstück und Abendessen), Busgestellung für Flughafentransfers Wroclaw sowie für 2 Tagesausflüge am 4. und 5. Tag, ÖPNV-Wochenkarte Wrocław.

Nicht enthalten: Trinkgelder, Getränke, Eintrittsgelder, Reiseversicherungen, Spenden/Honorare für Begegnungen/Gottesdienste, Fakultativangebote, Citytaxes, Erhöhung von Steuern und/oder Kerosinzuschlägen der Fluggesellschaft sowie persönliche Ausgaben.

Hinweise: Sie sollten eine Reise generell gesund antreten. Informieren Sie sich frühzeitig über notwendige Impfungen, Infektionsschutz und sonstige Vorsorgemaßnahmen, z. B. bei Ihrem Hausarzt, reisemedizinisch geschulten Fachärzten oder beim Auswärtigen Amt: (www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-gesundheit).

Wir empfehlen den Abschluss einer Reiseversicherung. Auf unserer Website finden Sie passende Angebote unseres Partners ERGO Reiseversicherung.

Nachhaltigkeit und CO2-Kompensation: Die Nutzung von Verkehrsmitteln belastet Umwelt und Klima. Sie können freiwillig zur CO2-Kompensation beitragen, z. B. über Organisationen wie Myclimate, Atmosfair, Klima-Kollekte oder MoorFutures. Weitere Informationen finden Sie auf deren Webseiten oder unter: www.umweltbundesamt.de/themen/freiwillige-co2-kompensation.

zurück anfragen
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.Mehr InfosOk